Energiespartipps

Lüften

Frische Luft ist wichtig! Nicht nur für die Bewohner:innen eines Gebäudes zum Atmen sondern auch zum Ablüften der Feuchtigkeit durch Kochen, Duschen und den Aufenthalt in der Wohnung. Richtig lüften ist nicht schwer:

  • Die Kippstellung der Fenster nur dann benutzen, wenn draußen Komforttemperaturen (z.B. 17-24 Grad) herrschen
  • Fenster zum Lüften vollständig öffnen, idealerweise Fenster auf gegenüberliegenden Seiten des Hauses, sodass der Luftaustausch schnellstmöglich vollzogen wird
  • Die Lüftung ist nach 1-10 Minuten beendet: Wenn die Luft sich im gesamten durchlüfteten Bereich ausgetauscht anfühlt
  • Bei hoher Feuchtebelastung, z.B. nach dem Duschen, sollte die Lüftung nach 1-2 Stunden wiederholt werden, keinesfalls jedoch die Fenster geöffnet bleiben, bis sämtliches Kondensat wieder verdampft ist
  • Im Sommer helfen die gleichen Lüftungstipps, die Wohnung auch bei hohen Außentemperaturen kalt zu halten. Hier wird ggf. während der Nachtstunden durch länger geöffnete Fenster die kalteNachtluft zum Abkühlen der Wohnung genutzt, während die warme Tagluft bei geschlossenem Fenster ausgesperrt wird.

Ständiger Luftaustausch nimmt immer auch Energie mit: Undichtigkeiten im beheizten Bereich des Gebäudes sollten unbedingt vermieden werden! Im gedämmten Gebäude heißt das: alle Fenster der Wohnung bleiben im Winter meist geschlossen - auch Vorratsraum, Badezimmer und ungenutzte Abstellkammer.

Heizen

Für alle Gebäude, welche seit den 2000er Jahren gemäß geltender gesetzlicher Standards neu gebaut oder energetisch saniert worden gilt: Temperaturen im Wohnbereich sind überall ungefähr gleich. Es ist kaum möglich, einen Raum auf 24 Grad zu heizen und den Nachbarraum nur auf 20 Grad, da die Dämmung nach Außen bereits so gut ist, dass der Wärmeübergang zwischen den Räumen mehr als Zehn mal so gut ist wie der Wärmeübergang nach draußen. Das bedeutet auch, dass Wärmeverluste in einem Raum sich auf den Wärmebedarf (=Heizkosten) des gesamten Gebäudes auswirken. Also: Fenster überall geschlossen halten.

Bei Aussagen zum idealen Heizverhalten muss der Dämmstandard des Gebäudes betrachtet werden:

  • ungedämmte Altbauten, welche vor den 1985er Jahren gebaut wurden, haben im allgemeinen große Wärmeverluste nach draußen
  • Altbauten zwischen 1985 und 2000 haben mittlere Wärmeverluste
  • Neubauten seit den 2000er Jahren entsprechen modernen Energiestandards und haben geringe bis sehr geringe Wärmeverluste

Heizen im Altbau

Der Altbau hat im allgemeinen große Wärmeverluste: Die Außenmauern bestehen häufig aus Ziegelsteinen ohne dämmende Schichten. Selbst eine 80cm dicke Mauer dämmt aus heutiger Sicht extrem schlecht. Aus diesem Grund ist es im Altbau einfach, die Wärmeverluste zu verringern, in dem nur die benötigten Räume nur während der Nutzungszeiten beheizt werden. Es sollte dabei bedacht werden, dass die Behaglichkeit im Raum hauptsächlich von den Oberflächentemperaturen abhängt: Damit die Wände warm sind, sollte der Raum schon einige Stunden vor Nutzung beheizt werden. Zum Feuchteschutz sollten Türen zu unbeheizten oder wenig beheizten Räumen unbedingt geschlossen gehalten werden: Auf den kalten Wänden schlägt sich sonst die Feuchtigkeit nieder und Schimmel ist die Folge! Idealerweise wird Feuchtigkeit deshalb direkt am Entstehungsort abgeführt: Kochen mit Dunstabzugshaube, geschlossenen Türen und anschließendem Lüften; Duschen und Baden ebenfalls mit geschlossener Tür, direkt im Anschluss lüften. Die Raumtemperaturen in nicht genutzen, weit abliegenden Räumen sollte dennoch über 10˚C gehalten werden, da ansonsten Feuchtigkeitsprobleme und schlimmstenfalls einfrierende Rohrleitungen zu erwarten sind.

Heizen im Neubau

Der Neubau ist im allgemeinen gut gedämmt: Das heißt, dass der Wärmeübergang zwischen Räumen viel besser ist als der Wärmeübergang zur Außenluft. Außerdem ist typischerweise die Wärmekapazität des Gebäudes im Verhältnis zum Wärmeverlust so groß, dass das Gebäude selbst einen Tag nach Abstellen der Heizungsanlage nur wenig abgekühlt ist. Wir sehen: Eine Beheizung der Räume nur zu den Nutzungszeiten ist unrealistisch, da der Raum während der Nicht-Nutzung nur unwesentlich oder garnicht abkühlen kann. Im Neubau ergibt sich daher das größte Einsparpotential aus einer dem Bedarf angepassten Einstellung der gesamten Heizungsanlage, welche im Rahmen einer Heizungsoptimierung durchgeführt werden kann. Allgemein gilt:

  • Nachbarräume können nicht auf stark unterschiedliche Temperaturen geheizt werden
  • Deshalb dürfen Fenster innerhalb der Wohnbereiche niemals offen stehen gelassen werden
  • Eine Nachtabsenkung spart kaum